
Eigentlich begann dieser Abend nicht am 5. September 2026.
Und streng genommen auch nicht am 5. Dezember 2016.
Die Geschichte begann bereits früher – in Heiden im Appenzellerland. Dort entstand am 29. Mai 2015 mein erster Fotoclub, der Foto-Club Appenzellerland.
Als ich später wieder nach Rapperswil zurückkam, nahm ich die Idee mit. Und am 5. Dezember 2016 entstand daraus der Fotoclub Zürisee.
Zehn Jahre später zählt unser Club 101 Mitglieder.
Und genau das wollten wir feiern.

Am 5. September trafen sich 34 Mitglieder in der Schüür in Kempraten. Also mehr als ein Drittel unseres gesamten Clubs.
Die Location passte perfekt zu uns: unkompliziert, gemütlich und ohne grosses Tamtam. Dazu gab es feines Essen vom Grill und eine grosse Auswahl an Getränken, bei denen sich jeder selbst bedienen konnte.
Ein besonderes Highlight hatte Beat vorbereitet.
Er hatte aus den vergangenen zehn Jahren 150 Bilder aus unseren Galerien ausgewählt und ausgedruckt – einen Querschnitt durch unzählige Events, Reisen und gemeinsame Erlebnisse.
Die Bilder wurden an Schnüren aufgehängt und machten damit unsere Clubgeschichte auf einmal ganz unmittelbar sichtbar.
Man lief daran vorbei, blieb stehen, entdeckte bekannte Bilder wieder – und oft auch Erinnerungen, die schon fast vergessen waren.
Genau das passte perfekt zu diesem Jubiläum.
Bei meiner kurzen Rede ging es natürlich ebenfalls um die Geschichte des Clubs – aber auch um eine Zahl, die mich selbst immer wieder beeindruckt:
Über 200 Events seit unserer Gründung.
Mehr als 200 Mal waren wir gemeinsam unterwegs. Auf Fotoreisen, bei Workshops, bei Street- und Landschaftsfotografie, bei Wettbewerben, Ausstellungen und vielen weiteren Anlässen.
Dabei ist für mich etwas ganz Entscheidendes entstanden:
101 Mitglieder bedeuten 101 verschiedene Arten, die Welt anzuschauen.
Genau das macht unseren Club aus.
Wir fotografieren nicht alle gleich. Wir haben unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliche Sichtweisen.
Aber wir teilen die gleiche Freude an der Fotografie.
An diesem Abend habe ich auch unseren aktuellen Vorstand kurz vorgestellt und allen gedankt, die in den vergangenen zehn Jahren mitgeholfen haben – im Vorstand, bei Events, bei Workshops oder irgendwo im Hintergrund.
Denn ein Club funktioniert nicht einfach von selbst.
Er lebt von den Menschen, die mitmachen.
Und genau das war auch an diesem Jubiläumsabend spürbar.

Am Ende war es genau die Art von Feier, die zu unserem Club passt:
locker, unkompliziert und persönlich.
Und wenn ich nach zehn Jahren eines sagen kann, dann dies:
Die Kamera macht vielleicht ein Foto.
Aber Menschen machen daraus eine Erinnerung.
Und an diesem Abend hingen 150 davon sogar direkt vor uns.
Auf die nächsten zehn Jahre.
Christian Funke
